Hallo an alle F1 Fans!

Nur noch zwei Tage bis zu den 1. Testfahrten in Frankreich und wir kommen zu Teil 4 unserer Saisonvorstellung der Liga 1.

Heute gelangen wir zu zwei Teams, die man beide als “Nationalmannschaften” von Frankreich bzw. Italien bezeichnen kann.

Mit Alpine will Renault eine ikonische Sportwagenmarke in der F1 etablieren, während Ferrari sich neu erfinden muss, um beim Kampf um Topplatzierungen nicht abzufallen.

Alpine

Ausgangslage

Renault stand gerade nach den roten Zahlen in der Pandemie unter Beschuss. Umso schlechter kommen in solchen Zeiten teure Motorsport-Engagements in der Öffentlichkeit an. Darum der Wechsel vom großen Namen Renault zur Spartenmarke Alpine.

Neben dem neuen Image installierte der neue Präsident Luca De Meo auch direkt eine neue Teamführung und eine komplett neue Fahrerpaarung. Zur Etablierung der ikonischen Sportwagenmarke holte man sich den zweifachen Vizeweltmeister Jake Thatch aus seiner einjährigen Auszeit und verpflichtete den Ex-Renault Piloten Wusel nach der Saison 2019/20 erneut. Der Alpine A521 besticht in erster Linie mit den neuen Teamfarben. Auf den ersten Bildern sind bis auf die Farbe und den Anpassungen am Unterboden im Vergleich zum Vorjahreswagen wenig Auffälligkeiten und Neuerungen zu entdecken. Nur eines fällt auf: Die monströse Airbox/Motorabdeckung im Vergleich zum Vorjahreswagen. Ob das Team hier ein Schlupfloch entdeckt hat? Auch beim Motor hat sich im Vergleich zur Konkurrenz wenig getan: . “Unser für 2021 geplantes Projekt wurde wegen der Fabrikschließung nicht fertig. Das haben wir also auf 2022 verschoben”, entschuldigte sich Motorenchef Remi Taffin.

Ziele:

Durch den Imagewechsel zu Alpine konnte der Renault-Konzern aus der Schusslinie genommen werden – nur Fans wissen, welcher Konzern hinter dem Team steckt.  Das neue Management nimmt Abstand der großspurigen Ankündigungen der vergangenen Jahre. Dementsprechend zurückhaltend äußern sich auch die Teamführung und die Fahrer zu den Saisonzielen. „Die Aufgabe ist es, an jedem Wochenende das Maximum herauszuholen. Dann werden wir auch in der Weltmeisterschaft gut abschneiden.” – so der neue neue Boss Laurent Rossi. Das Vorjahresergebnis aus letztem Jahr zu wiederholen, sei laut den Chefs schon eine große Aufgabe und wäre ein Erfolg. Und auch auf Fahrerseite geht man eher bescheiden an die Sache heran.

Fahrer

#97 – Jake Tatch

1 .Schön dich wieder im Fahrerlager zu sehen Sir Jake! Hast du dein rennfreies Jahr gut überstanden? Konntest du dich gut erholen und neue Energie und Motivation sammeln?

Hallo, schön wieder hier zu sein!
Erstmal; Sir würde eher zu einem Briten passen, daher gerne „Mister Thatch“ *Lacht*

Zur Frage: Rennfrei war das Jahr ja zum Glück nicht, das hätte ich nämlich nicht ausgehalten. Aber es tat wirklich gut mal Abstand vom Ganzen zu nehmen.

Fakt ist aber auch, dass meine Auszeit ein Jahr zu spät kam. Rückblickend kann ich das so sagen. Wenn man etwas Abstand nimmt, werden einem Dinge bewusst, die vermutlich einem selbst nie aufgefallen werden.

Gerade wenn man lange dabei ist, vergisst man den Grund, warum man eigentlich fährt und bleiben die Erfolge über lange Zeit aus, verwandelt sich der einstige Ehrgeiz in Verbitterkeit und Frustration.

Ich selber war dann doch ziemliche erstaunt, wie schnell ich wieder Sehnsucht hatte. Wie schonmal erwähnt, hat die Pandemie da sicher mitgespielt, da sie so ziemlich alles, was ich mir für diese Auszeit vorgenommen habe, vereitelt hat und ich aber somit auch wieder Lust bekam für zwei Rennen letzte Saison bei Alfa Romeo einzuspringen. Diese zwei Rennen haben sozusagen das Feuer in mir wieder neu entfacht – die 8 Monatige Pause vom aktiven Ligasport seitdem, haben sie noch mehr befeuert.

Gerade auch, weil in dieser verrückten Zeit jede Saison die vorerst letzte sein könnte, werde ich die gesamte Energie rein stecken und sollte ich das Gefühl bekommen, dass das Feuer eben nicht mehr so lodert, würde ich jederzeit wieder eine Auszeit in Betracht ziehen. Das Ganze halbgar und unmotiviert auszuführen, nur weil man sich nicht davon trennen kann und es halt immer schon so war, werde ich nicht mehr tun. Daher ist der Druck bei mir auch ein Stück weit geweicht. Ich weiß, dass ich immer ein Schritt zurückgehen kann, wenn es mir kein Spaß mehr macht. Die Auszeit hat mir gezeigt, dass das möglich ist und daher bleibt dieser Schritt der wohl beste in meiner gesamten Liga Karriere, der mich hier vor einem entgültigen Aus gerettet hat.

2. Wie hast du dich auf dein Comeback vorbereitet? Wirst du am Saisonstart schon wieder bei 100% sein?

Ich hatte das Glück, bereits seit Anfang dieses Jahres für mein aktuelles Team nahe am Geschehen dran zu sein. Ich konnte deshalb in der abgelaufenen Saison mehrere Trainingseinsätze fahren und mich seit April bereits intensiv im Simulator austoben.

Dass ich direkt wieder bei 100% sein werde, glaube ich trotzdem nicht. Zum einen fehlen mir 8 Monate Fahrpraxis unter Ligabedingungen – sowas kann man im Simulator einfach nicht üben. Ich muss da wieder zur Routine kommen, vor allem was Fehlerlosigkeit über eine ganze Renndistanz betrifft oder eine Qualifyingrunde optimal hinzubekommen, gerade mit den neuen Track-Limits, die es bei meinem letzten gefahrenen Rennen noch nicht gab. Da verzeiht ein Rennen unter realen Bedingungen einfach gar nichts.

Und zum anderen habe ich seit vergangenen Herbst, auch verursacht durch den Corona-Winter, immer wieder Probleme mit meinem Rücken, der vor allem bei längeren Einheiten im Sitz weiterhin zwickt. Das versuche ich gerade mit Physio und Fitness in den Griff zu bekommen. Da muss ich also erstmal schauen, wie sich das bei den ersten Rennen auswirkt.

3. Was können wir von dir und Alpine diese Saison erwarten? Was hast du dir vorgenommen?

Das Ziel des Teams ist es, dass wir uns erstmal im Mittelfeld zurechtfinden und schauen wo wir stehen. Wir schauen da zunächst mal auf uns und arbeiten unser Programm ab. Wir haben diesen Ansatz bewusst gewählt, da wir wissen, dass das ganze Feld in dieser Saison nochmal stärker sein wird, als letztes Jahr. Man darf sich nichts vormachen: Jetzt von Siegen, Podien oder sogar Top 5 Platzierungen zu sprechen, wäre einfach aus meiner Situation heraus arrogant und würde am Ende das Gegenteil bewirken.

Erstmal müssen wir das erste, zweite, dritte Rennwochenende abwarten. Danach können wir dann feste Erwartungen für den Rest der Saison aussprechen. Es gab so viele Fahrerwechsel und auch Unwägbarkeiten aufgrund der Regelneuerungen, dass wir uns erstmal einsortieren müssen. Ob das dann erstmal außerhalb der Top 10, in der Top 8 oder vielleicht doch in den Top 6 ist, wird sich zeigen. Von da aus können wir uns dann natürlich Ziele setzen.

Meine persönlichen Ziele habe ich natürlich. Das wichtigste ist für mich: Den Spaß den ich aktuell verspüre, beizubehalten und mein Bestmögliches zu geben. Beides hat mir in meiner letzten Saison gefehlt und ich denke dass beides allein schon sehr viel aus macht, wie man an meinen Ersatzeinsätzen vergangene Saison sehen konnte. Ich habe eine Aufgabe und die lautet, dieses Team nach vorne zu bringen und mich mit den Besten zu messen – und letzteres trifft mittlerweile gesammelt auf die ganze Liga 1 zu.

Daher werde ich zufrieden sein, solange mir das Ganze Spaß macht, es Fortschritte gibt und ich meine selbstgesteckten Etappenziele in dieser Saison erreichen kann.  Im Simulator hat sich das neue Auto sehr sehr gut angefühlt. Ich bin grundsätzlich also erstmal mehr als zufrieden, dass die Regeländerungen uns nicht ein solches Fahrverhalten wie 2019 beschert haben. Das wäre nach meiner Auszeit schon ein größeres hartes Stück Arbeit geworden.


4. Wie gut verstehst du dich mit deinem neuen Teamkollegen Wusel? Steht ihr schon in Kontakt und arbeitet ihr schon zusammen?

Es läuft sehr gut. Wir stehen schon seit Monaten im regelmäßigen Austausch. Eine Zusammenarbeit gab es bisher noch nicht; ich hoffe aber, dass wir das spätestens Anfang August ändern werden.

#29 – Wusel

1. Hallo Wusel! Schön, dass du wieder am Start bist, nachdem du die letzten sechs Rennen aussetzen musstest. Hast du die Saisonpause gut überstanden und bist wieder voll einsatzbereit und motiviert?

Bisher war die Saisonpause noch nicht so entspannend wie geplant aber ich bin positiv, dass sich in den nächsten Wochen noch ein wenig in diese Richtung bewegt.
Natürlich habe ich die Rennen vermisst und freue mich auf den Auftakt in Bahrain.

2. Du bist auch wieder zurück bei deinem alten Team Renault bzw Alpine. Wurdest du gut aufgenommen? Freust du dich auf deinen neuen Teamkollegen Jake?

Auch wenn es mittlerweile Alpine heißt, ist es noch immer der gleiche Aufbau und die gleichen Leute.
Mit Jake hab ich regelmäßig Kontakt und verstehe mich gut mit ihm. Wir freuen uns beide auf die neue Saison und wollen gute Rennen abliefern.

3. Wie schätzt du dich und Alpine diese Saison ein? Sind regelmäßige Top 10 Ergebnisse möglich? Was sind deine Ziele für die Saison?

Ich muss selber noch abwarten wie das Handling in diesem Jahr ist und mir liegt. Aber grundsätzlich denke ich, mit guter Vorbereitung und Teamwork sind gute Ergebnisse drin. Doch wenn man sich das Fahrerfeld anschaut, wird es eine verdammt harte Saison. Viele gute Fahrer werden Top 10 Ergebnisse nicht unbedingt zu einer einfacher Sache werden lassen. Ich bin gespannt.


Scuderia Ferrari

Ausgangslage:

Allein der Name Ferrari bringt Erwartungshaltung mit sich.  Das gilt auch für ein Übergangsjahr vor der großen Regeländerung. Eine Saison im Vornherein abzuschreiben käme in Italien einen Hochverrat gleich. Der Weggang vom dreimaligen Weltmeister Robin gilt es in dieser Saison zu kompensieren. Doch der Schatten des ehemaligen Starfahrers hängt auch noch Monate nach der Saison über Maranello – der Abgang nach wie vor ein Schock. Ein Insider erzählt uns: „Robin ist Stand heute der erfolgreichste Fahrer der PRL-Geschichte. Vor allem wenn die neue Fahrerpaarung noch Eingewöhnungszeit braucht, kann sich Ferrari nicht mehr mit schlechten Leistungen hinter den Fahrern verstecken, gleichzeitig wechselt Robin in ein Team, welches Ferrari beim Kampf um Platz 3 den Rang ablaufen könnte.“

Dieses Szenario will die Scuderia mit einem generalüberholten Auto und den zwei jungen hungrigen Fahrern aus dem Ferrari B-Team Haas verhindern. Mit Spannung wird die erste Ausfahrt beider Fahrer und dem laut Insidern berichten deutlich konkurrenzfähigeren überarbeiteten Motor erwartet.

Ziele:

Wie angedeutet, kann ein Team wie Ferrari nach einer Saison, in der man erneut um die Fahrer-WM kämpfte, mit keinen anderen Ansprüchen an den Start gehen als zumindest um die Top 3 zu kämpfen. Die Schonfrist beider Fahrer ist demnach sicherlich nicht lang. Gerade Hoffi muss versuchen, Robins Fußstapfen als Teamleder zu füllen, während Felix als Neuling sich dem Druck in Maranello stellen muss. Die Augen sind unweigerlich öfter auf die Roten und ihre Fahrer gerichtet, als auf jedes andere Team.

Fahrer:

#88 – PRL Hoffi
  1. Hallo Hoffi! Freust du dich schon auf deine erste komplette Saison in Liga 1?

Die Vorfreude auf meine erste komplette Liga 1 Saison ist natürlich groß. Ich bin heiß darauf mich in meinen neuen Boliden zu setzen und endlich loslegen zu können. Das gesamte Team hat den Sommer über hart gearbeitet um uns ein Auto hinzustellen, mit dem wir Platz 3 der KWM angreifen können.

2. Da Robin zu Aston Martin gewechselt ist, hast du mit Felix einen neuen sehr schnellen Teamkollegen bekommen. Es heißt ihr seid Freunde oder würdet euch zumindest sehr gut verstehen. Stimmt das? Wie schaut eure Zusammenarbeit aus? Helft ihr euch gegenseitig oder wird da teamintern hart gegeneinander gekämpft?

Ich bin froh, dass die Scuderia Ferrari meinen ehemaligen Teamkollegen aus Liga 2 nachdem Abgang von Robin verpflichtet hat. Felix und ich verstehen uns durch und durch super. Egal ob auf, oder abseits der Strecke gehen wir viele gemeinsame Wege. Deswegen steht bei uns beiden auch das Team im Vordergrund. Teaminterne Kämpfe wird es nicht geben, denn wir haben als Team ein Ziel und das hat oberste Priorität. Wir wissen das es nicht einfach werden wird die Lücke, die der mehrfache Weltmeister hinterlassen hat, zu kompensieren. Aber wir werden als Team zusammenarbeiten und versuchen das Maximum herauszuholen.

3. Welche Ziele habt ihr euch als Team gesetzt? Was ist dein persönliches Ziel und wie schätzt du deine Chancen ein? Werden wir dich dieses Jahr auf dem Podium sehen?

Unsere Ziele wurden uns bei Vertragsabschluss klar definiert. Platz 3 in der KWM soll es werden! Angesichts der immens starken Konkurrenz, ein ehrgeiziges Ziel.
Ich persönlich hoffe dabei auf eine Endplatzierung in den Top 10 der Fahrerwertung. Die Liga 1 hat ein paar neue und sehr talentierte Fahrer dazubekommen, die eine Chance auf ein Podium meiner Wenigkeit sehr schrumpfen lassen. Ich persönlich erwarte keine Podestplatzierung von mir. Aber es sind 19 Rennen zu fahren und es kann immer, überall alles passieren. Lassen wir uns überraschen. Wenn die Lichter für die neue Saison ausgehen, wissen wir alle mehr.

#61 – Felix

1.Hallo Felix! Die neue Saison startet demnächst und du wirst das erste Mal komplett von Anfang an ins Lenkrad greifen. Bist du schon aufgeregt und freust du dich auf Ferrari?

Ich freue mich riesig auf die neue Saison und auf das neue Game. Aufgeregt bin ich nicht wirklich, weil ich letzte Saison ja schon ein paar Rennen mitgefahren bin aber ich bin gespannt wie es diese Saison läuft, denn für Ferrari zu fahren ist auch schon ein bisschen Druck.

2. Wie bereitest du dich auf die Saison vor? Trainierst du lieber alleine oder mit Hoffi zusammen? Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen euch aus?

Die Zusammenarbeit bei Ferrari sieht super aus wir gehen nominell als gleichberechtigte Fahrer an den Start und helfen uns gegenseitig was Setup etc. angeht.

3. Du hast die letzte Saison mit deinem ersten Podium in Liga 1 beendet. Kannst du daran in der neuen Saison direkt anschließen? Wo siehst du dich in dieser Saison? Was ist dein Ziel?

Das war echt motivierend und hat mir nochmal einen Schub für die neue Saison gegeben. Mein persönliches Ziel sind die Top 5 aus Fahrersicht und Platz 3 in der KWM ist das Teamziel ob das nochmal korrigiert werden muss werden wir nach den ersten paar Rennen sehen. Wir müssen es schaffen.  immer mal aufs Podium zu kommen und da sein wenn die Favoriten um Schwatzgelb, Robin, Panther und Co. schwächeln.


Das war Teil 4 unserer Saisonvorstellung. Den letzten Teil mit den Spitzenteams von Mercedes und Red Bull werden wir in den kommenden Tagen rausbringen. Wir freuen uns auf die ersten Tests am Sonntag!

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