32 Wochen bzw. 224 Tage werden morgen, am 24 April 2021 zwischen dem Saisonauftakt in Melbourne Anfang September bis zum Großen Finale hier in Abu Dhabi liegen – eine weitere Saison der Profi Racing League, die mittlerweile zehnte, wird dann beschlossen. Grund genug uns in aller Kürze auf das morgige Rennen einzustimmen:


Die Spannung im Kampf um die Titel in Liga 1 ist raus – nachdem sich Mercedes bereits vor zwei Wochen in Austin den Konstrukteurs-Titel krallen konnte und in Texas mit T-Bone-Steak, Texmex-Sauce und viel Bier gefeiert wurde, so durfte Sprittner vergangene Woche in Sao Paolo nachziehen und ergatterte letztendlich den Titel in der Fahrer-WM mit einem vierten Platz, während sein Hauptkonkurrent Robin den Sieg vom letzten Startplatz aus herausfuhr. Dieser Robin konnte mit seinem Sieg ebenfalls etwas dichtmachen – und zwar den Vizetitel! Nach drei Meisterschaftserfolgen in Folge ist dies nun der zweite Vizetitel nach 2016/17, damals noch im Red Bull. Dahinter könnte es bei einem kuriosen Rennverlauf und einem dementsprechend unerwarteten Rennergebnis jedoch noch zu Verschiebeungen kommen. Schwatzgelb liegt mit 213 Punkten auf Rang 3 vor Nowi mit exakt 200 und seinem Teamkollegen BlackPanther mit 193 Zählern. Speziell Panther hat Nowi noch einmal den Kampf angesagt und will sich den vierten Platz krallen, nachdem es erneut zwischen den beiden einen Konflikt gegeben haben soll. Beide Seiten sollen über das Ende der Partnerschaft nach dem morgigen Abend in Abu Dhabi froh sein und blicken eher zuversichtlich in die Zukunft bei ihren neuen Teams Aston Martin bzw. Haas.

Während die Plätze 6 (Haraldinho) und 7 (Xeria) ebenfalls felsenfest zementiert sind, so könnte es dahinter noch Verschiebungen geben. Zwischen Falkberg auf Platz 8 und BlackIce auf Platz 13 liegen nur zehn Punkte. Allerdings muss hier erwähnt werden, dass voraussichtlich nur BlackIce aus dieser Gruppe am Rennen teilnehmen wird. Falkberg ist bekanntlich nach Unstimmigkeiten mit den Formel 1-Rechteinhabern kein Teil des Umfelds mehr, Markus kann aufgrund gesundheitlicher Beschwerden nicht starten, Kiffkopp wird diesmal nicht Ersatzfahrer bei Alfa Romeo sein, da Nevio am Start ist und Wusel sowie Haze haben sich bereits frühzeitig aus der Saison zurückgezogen.

Auch ab Platz 14 sind mehrere Verschiebungen aufgrund der geringen Abstände möglich, diese brauchen wir jetzt allerdings nichts bis ins kleinste Detail sezieren. Fest steht, dass Liga 1 einen neuen Rekord aufgestellt hat: Mit 32 Fahrern, die an einem Rennen während der Saison bereits teilgenommen haben, haben wir schon jetzt den gleichen Wert wie 2018/19, möglicherweise kommt morgen noch der ein oder andere hinzu. Aber dass 29 Fahrer in einer Saison zumindest einen Punkt geholt haben, das ist alleiniger Rekord und übertrifft den Wert von 25 Fahrern, ebenfalls erreicht 2018/19.

Was die Konstrukteurs-WM angeht wird es vor allem spannend, wie der Kampf um den vierten Platz ausgeht. Hier iliegt Renault drei Punkte vor AlphaTauri (155/152). In diesem offenen Duell ist noch alles möglich. Die jeweiligen Nr. 1-Fahrer Harald und Xeria begegnen sich praktisch schon die ganze Saison auf Augenhöhe. Möglicherweise wird hier Dendemeier zum Züglein an der Waage. Dem Rostocker blieben wirklich große Erfolge in den letzten acht Monaten verwehrt, doch durch das Nichtantreten vom zweiten Tauri-Piloten Markus könnte hier jeder Punkt am Ende viele Millionen wert sein, wenn es darum geht, ob man Vierter oder Fünfer wird. Alfa Romeo auf Platz 6 dürfte mit 21 Punkten Vorsprung auf Haas mit 84 eine ruhige Nacht verbringen, egal wie das Training heute läuft, doch dahinter wird es knapper. Haas (84). Racing Point (74), McLaren (59), Williams (47) – zugegeben auf den ersten Blick keine ganz engen Kisten, aber doch könnte sich mit überraschenden Ergebnissen des ein oder anderen Teams hier noch etwas verschieben. Jeder Platz in der Konstrukteurs-WM ist Unsummen an Dollars wert – und Schlusslicht will niemand sein. Mit Crimax hat Williams ein unglaublich schnelles Talent im Cockpit sitzen und WM-Platz 9 liegt nur zwölf Punkte entfernt. Wenn man das Rennen in Interlagos als Referenz heranzieht kein undenkbares Szenario. Für das Team aus Grove wäre es das erste Mal seit 2016/17 den letzten Platz an ein anderes Team abzugeben.


Altmeister Nevio bestreitet letztes Rennen

Eine der schlechten Nachrichten, die wir leider verkünden müssen ist der Abtritt des Altmeisters Nevio. Der allseits beliebte Italiener wird seinen Helm – zumindest in Liga 1 – an den Nagel hängen. Der Vize-Weltmeister von 2011/12, damals im McLaren, legte nach der Saison 2012/13 eine mehrjährige Pause ein, bevor er 2017/18 ab Barcelona zurückkehrte. Sein Comeback feierte der vierfache Rennsieger im Renault, ein Jahr später fuhr er an der Seite von Dendemeier im dunkelblauen Toro Rosso, bevor er 2019/20 meist ohne Teamkollegen im Team von Franz Tost unterwegs war. Mit seinem Wechsel zu Alfa Romeo 2020/21 erfüllte er sich einen Lebenstraum. Zwar ist Toro Rosso auch ein italienisches Team, doch für Alfa Romeo zu fahren war die Krönung schlechthin. Hier traf er auf seinen langjährigen Kollegen BlackIce – die Saison verlief meist nicht nach Wunsch der beiden, doch beide haben uns versichert, dass sie dieses Wochenende noch ein letztes Mal gemeinsam alles geben werden. Wie die Zukunft des Italieners, der in Saarland lebt, aussieht ist noch offen. Die Möglichkeiten reichen vom Ersatzpiloten in Liga 1, einem vollständigen vorzeitigen Rückzug hin zu einer Verpflichtung in Liga 2 oder 3. Oder eine Kombination aus mehreren Dingen – aber eines wollen wir alle nicht: dass der Kontakt zu Nevio vollständig abreißt. Daher bleib uns bitte erhalten und schau doch ab und zu rein und lass was von dir hören!

Arrivederici Nevio e grazie di tutto, Nevio!


Alfa Romeo gibt Fahrer bekannt

Das Leben ist ein Kommen und Gehen und das lässt sich auch auf Alfa Romeo derzeit umlegen: während die Nachricht, dass Nevio nach dem morgigen Rennen aus Liga 1 zurücktritt, eingeschlagen und viele tief berührt hat, dauerte es nicht lange bis die nächsten News folgten und die Lücke bei Alfa Romeo bereits wieder geschlossen war. Denn Frederic Vasseur hat am gestrigen Medien-Freitag seine beiden Fahrer für die Saison 2021/22 bekannt gegeben.

Der Franzose setzt bei seinen Verpflichtungen auf eine Mischung aus erfahrerener Routine und jugendlichem ehrgeizigem Charme und verkündete, dass BlackIce ein weiteres Jahr im Team angehängt hat. Der Vertrag wurde in Sao Paolo (ein sehr ungewöhnlicher Ort für Vertragsunterschriften in der Formel 1) mit der gesunden Schulter unterschrieben und beläuft sich auf ein weiteres Jahr. Der 28-jährige Österreicher denkt laut Teamchef-Aussage von Jahr zu Jahr und unterschreibt aktuell keine längerfristigen Verträge.

An seiner Seite fahren wird der gerade einmal 17-jährige EGGA! Der Bayer aus dem Chiemgau, der bereits seine zweite Liga 2-Saison bei Ferrari bestreitet bleibt also auch in Liga 1 im Umfeld von Marenello und wird auch in Liga 1 mit den Triebwerken der Scuderia an den Start gehen. Grund für die Verpflichtung sind laut Vasseur einerseits der sehr gute Grundspeed und die Topleistungen in Liga 2 sowie das von Anfang an gute Verhältnis zwischen BlackIce und Egga. BlackIce soll schon vor seiner Kontaktaufnahme zu Alpine immer ein Auge auf Egga geworfen haben und in ihm großes Talent sowie eine charakterstarke Persönlichkeit gesehen haben, wonach es nicht schwierig war nach den misslungenen Gesprächen mit Alpine im eigenen Team Alfa Sauber Ersatz für einen möglichen Ausstieg von Nevio zu finden.


Damit wären nicht nur alle Cockpits in Liga 1 endgültig vergeben, sondern auch die Stimmung für das morgige Finale angerichtet – um 19 Uhr geht es heute los mit dem FP2, bevor morgen ab 17 Uhr das WarmUp beginnt und es noch ein letztes Mal laut wird, bevor die Power Units für drei Monate verstummen werden.

Euer News-Team!

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