Der Super-Cup der PRL ist in vollem Gange. Die Beschnupperphase ist vorbei und die Fahrer kämpfen um jeden einzelnen Punkt. Nach 5 von 20 Rennen ziehen wir ein kurzes Fazit der laufenden Saison und fassen die Ereignisse der bisher gefahrenen Rennen zusammen. Wer sind die Gewinner und Verlierer nach einem Viertel der Saison, zeichnen sich erste Rivalitäten ab und was können wir noch vom Titelverteidiger Mercedes erwarten?

Zuerst wollen wir auf die Fahrer der einzelnen Teams schauen. Im Vergleich zu dem Stand vor der Saison haben sich die Fahrerpaarungen bei einigen Teams verändert. Am deutlichsten wird dies bei Red Bull. Das österreichische Team hatte vor der Saison Predator und Zehner als Stammfahrer angekündigt, welche aus dem Sprint-Cup aufgestiegen sind. Doch das Fahrerkarussell steht niemals still und Predator fährt nun im World-Cup und Zehner ist Ersatzfahrer. Dafür sind im Red Bull nun PRL Alex und der Alphapate am Start.

Auch das Team von Jost Capito stellte nur wenige Tage vor dem ersten Grand Prix die Fahrer vor. Im Williams sitzen EER Raphaelo, ein bereits bekanntes Gesicht in der PRL und TheSaintMask, welcher im letzten Jahr noch selbst Zuschauer war.

Ein komplett neues Gesicht findet sich auch im Aston Martin wieder. Simon nimmt das Cockpit neben ZeosAgent ein und will den Fahrern in den oberen Reihen Punkte streitig machen.

Wie schon in der abgelaufenen Saison sind wieder sehr viele Fahrerrotationen geschehen. So haben wir in 5 gefahrenen Rennen bereits 28 Fahrer in der WM gelistet. Mit Sicherheit wird diese Zahl noch weiter wachsen und wir sind sehr gespannt, was die Ersatzfahrer an Rennpace mitbringen. Das beste Beispiel dafür lieferte MartinPLS, welcher in Imola zum ersten Mal für Williams gefahren ist. In seinem Debut das Qualifying, den Sprint und das Hauptrennen zu gewinnen, ist eine sehr beachtliche Leistung und ist mit Respekt zu behandeln.

Jedoch muss der Super-Cup auch etwas an Qualität einbußen. Der Fahrer Xedy musste sich aus persönlichen Gründen zurückziehen, welcher eine große Lücke bei den Silberpfeilen hinterlassen hat. Aber wenn es einem Team an etwas nicht mangeln sollte, dann ist es Mercedes. Es fühlt sich so an, als wenn eine Tür zu geht und zwei Türen gehen wieder auf. Marcel wird in die Fußstapfen von Xedy treten und MarcoGT98 nimmt sich der Ersatzfahrerrolle an. Somit sind zwei hochkarätige Fahrer gefunden worden, die gute Punkte für Mercedes einfahren können. Marcel zeigt in jedem Rennen im World-Cup seine Klasse und Marco dreht im Sprint-Cup richtig auf.

Neben den verschiedenen Fahrern, wollen wir auch einen Rückblick auf die einzelnen Rennen werfen. Denn Eines ist ganz sicher. Wenn es dienstags heißt: „der Super-Cup ist live in“, dann lohnt sich das Einschalten. Bisher sind die Zuschauer in jedem Rennen auf ihre Kosten gekommen.

Bahrain:

Bei dem Rennauftakt merkte man keinem die Nervosität des ersten Rennens an. Die Mercedes konnten vor dem Haas von Magii das Rennen über die komplette Distanz dominieren. Kiffkopp im Ferrari und Simon im Aston Martin lieferten sich rundenlange Zweikämpfe, die durchaus sehenswert waren und die fahrerische Klasse der beiden Fahrer hervorhoben. Als Highlight des Rennens stellte sich der Zweikampf zwischen dem Newcomer TheSaintMask und dem Mclaren-Piloten Bandito heraus. Die letzten 7-8 Runden gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit diversen Positionswechseln mit dem besseren Ausgang für „die Maske“. Allein beim Zuschauen konnte man die Spannung spüren, die einen direkt mitfiebern ließ.

Saudi Arabien:

Das Rennen im Wüstenstaat sollte ebenfalls ein markantes Rennen werden. Zwei Safety-Car-Phasen wirbelten das Feld ordentlich durcheinander und es gab viele Berührungen, die zu Flügelschäden führten. Für den Titelverteidiger war es jedoch ein Rennen zum Vergessen. So wurde Tisi unverschuldet in viele Scharmützel verwickelt und musste das Rennen, wegen eines technischen Defektes aufgeben. Auch Xedy hatte einen seiner sehr seltenen Fehler und drehte sich in der letzten Kurve beim Rausbeschleunigen. Beim Zurückdrehen katapultierte er den nichts ahnenden Hoffi in die Wand. Ein sehr ärgerlicher Zusammenstoß, der aber wahrscheinlich nicht hätte verhindert werden können. Am Ende gewann er trotzdem das Rennen durch die Zeitstrafe von Magii, der vor Xedy ins Ziel kam. Auch Raphael konnte von dieser Strafe profitieren und belegte P2.

Australien:

Der dritte Renntag sollte als das „Massaker von Melbourne“ in die Geschichte des Super-Cups eingehen. Nowi feierte sein Comeback als Ersatzfahrer im Alphatauri und zeigte von Anfang an, wie schnell er sein kann, indem er sich die Poleposition sicherte. Doch nach einem Glanzstart von Tisiarmy, der von P3 startete, hieß es für Nowi nur noch P2. Im weiteren Rennverlauf war seine einzige Mission die Jagd auf den Führenden. Durch nichts konnte er sich aus der Ruhe bringen lassen und führte das Rennen schließlich nach einer SC-Phase wieder an. Die Position konnte er eine Weile halten, musste sich aber geschlagen geben, durch die geniale Strategie des Aston Martin Piloten Simon. Dieser ging durch gutes Reifenmanagement und gutes Timing beim Safety Car in Führung. Es entbrannte wieder eine Schlacht um den ersten Platz und in der letzten Runde sollte das Unglück passieren.

Nowi kam in dem für dieses Jahr umgebauten Streckenabschnitt leicht auf das Gras und drehte sich. Diese Stelle war jedoch so uneinsichtig, dass die nachfolgenden Fahrer mit Vollgas in Nowi und den linear wachsenden Trümmerhaufen hineinrauschten. Insgesamt mussten 6 Fahrer das Rennen an dieser Stelle aufgeben und Simon konnte vor Patrick und Bandito seinen ersten Saison- und gleichzeitig Supercupsieg feiern.

Imola:

Im Grand Prix Emilia-Romagna wurde zum ersten Mal das Sprintformat eingeführt. Auf verkürzter Rundenzahl und ohne verpflichtenden Boxenstopp kämpften die Fahrer um die Startplatzierung im Hauptrennen. Eines wurde hier ganz schnell klar. Mit Martin LPS ist ein sehr talentierter Ersatzfahrer in die PRL gekommen, der den Ferrari von Kiffkopp das ganze Sprintrennen hinter sich hielt und verdient den Sprint gewann. Das Sprint- und auch das Hauptrennen blieben allerdings nicht ohne Zwischenfälle. Die sehr anspruchsvolle Strecke vergab keine Fehler, womit viele Fahrer ihre Probleme hatten. Im Hauptrennen schenkten sich Martin, Kiffkopp und Nowi keinen Meter. Die drei dominierten das gesamte Rennen an der Spitze. Durch einen etwas unruhigen Gasfuß drehte sich jedoch Nowi aus der Spitzengruppe heraus und Martin gewann vor Kiffkopp und ZeosCobra, der durch eine Zeitstrafe von einem Haas profitieren konnte und sein Debut auf dem Podium feiern konnte.

Miami:

Der neugebaute Stadtkurs ist das jüngste Supercuprennen. Die Strecke ist bei allen Fahrern aufgrund der geringen Gripverhältnisse gefürchtet. Der kleinste Fehler führt zum Verlust der Fahrzeugkontrolle und ehe man sich versieht, steht man in der Mauer. Genau dies wurde vielen Fahrern zum Verhängnis. Der Grand Prix war erst wenige Sekunden alt und schon gab es das erste SC, da Alphapate beim Start zu schnell auf dem Gaspedal war und das Auto verlor. Dies sollte das Erste von insgesamt vier Safety-Car-Einsätzen werden. Dadurch kam ein sehr unruhiger Rennfluss zustande. Dieser führte jedoch dazu, dass wir unterschiedliche Reifenstrategien gesehen haben. Dem Führenden hat dies natürlich überhaupt nicht in die Karten gespielt. Denn Tisiarmy schnappte sich die Pole und dominierte die gesamte Session bis es in den letzten Runden begann zu regnen. Als Führender einen „Early Call“ zu riskieren und auf Inters zu wechseln, wenn man nicht direkt einschätzen kann, wie schnell sich das Wetter verschlechtert, war einfach zu unsicher. Die weiteren Fahrer wollten dieses Risiko ebenfalls nicht eingehen und blieben draußen. Nur der WM-Führende Magii ging das Risiko ein, direkt bei den ersten Tropfen in die Box zu fahren und sich die Inters draufziehen zu lassen. Und dieses Pokerspiel sollte aufgehen. Von P4 konnte er sich direkt auf P1 setzen mit 3s Vorsprung zu Tisi. Dieser fuhr mit ordentlich Wut im Bauch, denn dieses Rennen hat er noch nicht aufgeben. Innerhalb von 3 Runden hat er den Vorsprung zunichte gemacht und konnte in der letzten Runde in einem sehenswerten Überholmanöver die Führung zurückerobern. Was jedoch Tisi und Magii nicht beeinflussen konnten, war das Tempo von Simon. Dieser drehte unter den nassen Bedingungen richtig auf und fuhr innerhalb des 3s Zeitfensters, da das Führungsduo mit je einer Zeitstrafe belegt wurde. So schnappte sich Simon seinen zweiten Sieg im Supercup und zeigte wieder einmal, dass er sich den zweiten Platz in der Fahrer-WM zu Recht verdient hat.

Eines kann in jedem Fall gesagt werden. Die Saison 22/23 wird weiterhin spannend bleiben. Momentan wird die WM überraschend von Magii im Haas angeführt. Das Team hat anscheinend im vergangen Jahr die richtige Entwicklungsstrategie eingeschlagen. Doch die Mercedes haben gezeigt, dass sie nach einigen technischen Schwierigkeiten stärker zurückkommen können. Neben den Silberpfeilen bleibt abzuwarten, wie sich Kiffkopp im Ferrari in den Titelkampf einmischen kann und was Simon im Aston Martin noch im Ärmel hat. Am kommenden Dienstag werden wir etwas schlauer sein. Der Super-Cup ist zu Gast auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya und wir sind gespannt, welcher Fahrer nach diesem Rennen an der Spitze stehen wird. Kann Magii sein Momentum ausnutzen und sich an der WM-Spitze absetzen oder muss er abreißen lassen und die Verfolger näher kommen lassen?

Also bleibt dran and keep racing!