Oh Bahrain! Als die Nacht hereinbrach entbrannte das Chaos – zumindest bei den Renndirektoren und Streckenposten. Etliche unverständliche Gelbphasen trieben so manchen Fahrer zur Weißglut. Andere hingegen glänzten im Scheinwerferlicht des kleinen Wüstenstaates umso prächtiger. Wie in jedem Jahr versprach der Große Preis von Bahrain ein Spektakel und auch in 2020 hielt das Rennen genau das auch ein.


In die Wertung des zweiten Power Rankings der Saison beleuchten wir natürlich die Leistung der Fahrer in Qualifying und Rennen in Bahrain. In die Wertung fließt aber auch noch die Leistung aus Australien hinein. Welche Fahrer verschwinden vorerst aus den Top 10? Und welche gesellen sich neu hinzu? Das erfahrt ihr jetzt!

Hier das Power Ranking nach dem Großen Preis von Bahrain:

Auch beim zweiten Saisonrennen hieß der Polesitter wieder Sprittner! Auch beim zweiten Saisonrennen hieß der Dominator im Rennen wieder Sprittner! Doch diesmal blieb die Strecke trocken und Sprittner cool. Selbst eine späte Safety Car Phase schaffte es nicht den Überraschungsmann des Saisonstarts aus dem Konzept zu bringen. Unter dem Druck von 4 WM-Titeln in Person von Schwatzgelb und Robin hatte der Mercedes-Neuzugang alles im Griff und feierte seinen ersten Sieg in der PRL. Dass dieser Sieg kein One-Hit-Wonder ist, sind sich alle Experten einig.

Eine der größten Überraschungen der ersten beiden Rennen ist Haze. Im letzten Jahr spitzte hin und wieder sein Talent durch. In diesem Jahr ist es nicht mehr zu übersehen. WM-Rang 4 und 22 Punkte sind Beleg für die harte Arbeit, die er in seine Konstanz gesteckt hat. In Anbetracht der großen Konkurrenz um die Podiumsplätze scheint er sich noch ein ganzes Stück strecken zu müssen. Die nackten Zahlen sprechen aber für ihn. Die Haas-Garage ist in jedem Fall überglücklich mit dem Neuzugang und darf sich auf viele weitere Top-Resultate freuen.

Lange sah es danach aus, dass Nowi in Bahrain von der Spitzenposition starten würde. Weder Robin, noch Schwatzgelb, noch Teamkollege Panther konnten seine Zeit knacken – ehe Sprittner kam. Beim Start verlor der Melbourne-Sieger an Boden und fiel auf Platz 4 zurück. Ein Missverständnis beim ersten Safety-Car Restart bescherte ihm einen Flügelschaden und setzte den Startpunkt einer tollen Aufholjagd, die ihm beinahe noch ein Podium einbrachte. Die Rennpace war ohne Zweifel siegwürdig, jetzt gilt es in den engen Straßen von Hanoi zurückzuschlagen.

Ferrari atmet auf! Die Schlagzeile am Mittwoch beendete lange Diskussionen unter Fans, Fahrern und der Ligaleitung. Robin darf seinen zweiten Platz behalten und setzt sich damit auf Rang 2 der Fahrer-WM. Als Leidtragender der chaotischen Gelbphasen verlor er zunächst einen überragend erkämpften zweiten Platz durch eine Zeitstrafe. Im Rennen überzeugte der Ferrari-Weltmeister durch hartnäckigen Druck auf Mercedes und ein resolutes Überholmanöver gegen Lieblingsgegner Schwatzgelb. Ein kleiner Aufwärtstrend nach dem Australien Grand Prix, wo er nicht ganz zufrieden mit sich wirkte.

Wusel zeigte im Qualifying wieder einmal, dass seine Ambitionen groß sind. Von Platz 8 ging der 2019er Rookie ins Rennen – weit kam er jedoch nicht. Ein Problem mit der Antriebseinheit machte sich direkt nach Turn 1 bemerkbar, ließ ihn zurückfallen und schließlich kollidieren. Das Aus nach wenigen hundert Metern ist ärgerlich für McLaren. Seinem starken Ergebnis in Australien und im Qualifying in der Wüste verdankt Wusel dennoch weiterhin einen Platz im PRL-Power Ranking.

Schwatzgelb ist zurück! In Bahrain konnte er seinen persönlichen Saisonstart aber nicht vergolden, für ihn blieb „nur“ Bronze. Im Qualifying und Rennen musste er jeweils den kürzeren gegenüber seinem Teamkollegen ziehen – eine ungewohnte Situation für den ehemaligen Weltmeister. Seine Leistung im Rennen war nichtsdestotrotz stark und konstant. Lediglich zum Rennende konnte er dem Druck von Robin nicht mehr standhalten. Bei Mercedes weiß man aber um die Wichtigkeit des erfahrenen Mannes aus dem Norden und bleibt zuversichtlich, dass er sehr bald wieder vom obersten Treppchen grüßen wird.

Ein eher unauffälliges Rennen hat Xeria hinter sich. Ein erneut starkes Qualifying ließ die Beobachter erneut aufhorchen. Leider konnte Xeria den siebten Starplatz nicht in die gewünschte Anzahl Punkte umwandeln. Trotzdem kristallisiert sich eine Hierarchie im Red Bull Tochterteam heraus. Ähnlich wie Konkurrent Haze hat auch Xeria an seiner Konstanz gearbeitet, die ihn zu einem ernstzunehmenden Kandidaten der vorderen Mittelfeldes macht. Aufgrund der überzeugenden Leistung in Australien verliert Xeria lediglich eine Position in unserem Ranking.

Er kam, sah, und punktete phänomenal. Mit relativ kurzer Vorbereitungszeit erklärte Jake den Rücktritt vom Rücktritt und fuhr als ob er nie weg gewesen wäre. Im Qualifying bereitete das angewohnte Handling noch große Schwierigkeiten für das Urgestein, im Rennen blühte er aber auf. Saubere Überholmanöver, eine kluge Strategie und das Händchen sich aus schwierigen Situationen rauszuhalten bescherten dem Alfa Romeo Team 8 wichtige Punkte und Jake die Gewissheit, dass er nach einer schwierigen Saison 2019/20 immer noch zu den absoluten Top-Piloten zählt. Weitere Einsätze in diesem Jahr gelten als sicher, auch wenn Jake keine Ambitionen äußerte ein Vollzeit-Cockpit besetzen zu wollen.

Ein sehr ereignisreiches Rennen hat Markus hinter sich. Von Platz 12 gestartet und dem Teamkollegen deutlich geschlagen gelang es dem ehemaligen McLaren-Pilot eine heimliche Aufholjagd zu starten. Vor allem seiner Übersicht hat er zu verdanken am Ende Platz 8 nach Hause zu bringen, wodurch es nun 1-1 im Teamduell steht. Dennoch weiß man bei Alpha Tauri, dass vor allem die Rennpace Raum zu Verbesserungen bietet. In Vietnam erhofft man sich durch Markus‘ Qualitäten aber wieder einige Punkte für die Mannschaft aus Italien.

Platz 10 und damit abschließend in unserem zweiten Power Ranking nimmt der zweite Haas-Pilot ein. SphinxBlut wird derzeit von seinem Teamkollegen in den Schatten gestellt, fuhr in Bahrain aber ein starkes Rennen im Mittelfeld. Probleme im Qualifying, die ihn nur von Platz 14 ins Rennen starten ließen überkam der gestandene Pilot durch schöne Überholmanöver und konstant schnelle Rennpace. Platz 7 bescherte ihm 6 Punkte und damit WM-Rang 8 – punktgleich mit dem WM-Sechsten Wusel. Bei Haas schwebt man derzeit auf Wolke Sieben und ist hochzufrieden mit der Leistung von SphinxBlut.