Die Karten liegen auf dem Tisch! Beim Saisonstart in Melbourne ließen die Teams die Hosen runter und zeigten uns ein denkwürdiges Spektakel. Kein Taktieren, kein Sandbagging. Wir haben den ersten Sieger, die ersten Enttäuschungen und die erste Einschätzung der Kräfteverhältnisse in der PRL.


Warum ein Power Ranking, wenn wir doch einen WM-Stand haben?

Weil der WM-Stand manchmal nur die halbe Wahrheit wiederspiegelt.
Beim PRL Power Ranking bewertet die Jury die Fahrer nach ihrer Leistung in Qualifying und Rennen in Relation zu den Erwartungen bzw. der aktuellen Form. In das Ranking ziehen wir die Leistung der aktuellsten 3 Rennen ein. Das heißt, dass die Leistungen von Melbourne nach dem Niederlande-GP nicht mehr in die Rankings einfließen.

Genug erklärt! Hier das Power Ranking nach dem Großen Preis von Australien:

Sprittner nutzte die kurzfristige Abwesenheit seines Teamkollegen und setzte den schwarzen Mercedes eindrucksvoll auf Pole – die erste seiner Karriere. Unangefochten fuhr er seinem ersten Sieg entgegen, ehe der Regen, eine kurze Unsicherheit und eventuell sogar die falsche Strategie ihm einen Strich durch die Rechnung machten. Nimmt man die reine Pace, so kommt man nicht herum Sprittner zu den WM-Favoriten zu zählen.

Der Rennsieger nur auf Platz 2? Ja! Zwar lieferte Nowi eine ganz starke Leistung, unter normalen Bedingungen musste er jedoch dem Mercedes in den Auspuff gucken. Sein gewagter Strategie-Call erwies sich als goldrichtig und zeigte, dass er unter Druck eiskalt bleiben kann. Mit ihm muss man in diesem Jahr auf jeden Fall rechnen.

Haze überraschte im Qualifying alle Betrachter. Zeigte er bereits in der vergangenen Saison starke Leistungen vor allem im Qualifying, bewies er in Melbourne, dass er auch ein zuverlässiger Punktesammler sein kann. Mit etwas Glück hätte er durch Sprittners Boxengassen-Ausrutscher sogar das erste Podium seiner Karriere erben können. Bei Haas knallten aber auch ohne Pokal in Australien die Sektkorken!

Der Durchstarter der zweiten Saisonhälfte 2019/20 tauchte im Vorfeld der Saison etwas unter. Viel wurde über die Gründe gemunkelt, warum Wusel fast nicht an den Rennstrecken oder dem McLaren HQ gesichtet wurde – jetzt wissen wir, dass er nichts von seiner Pace eingebüßt hat. Sowohl im Quali als auch im Rennen war Wusel bärenstark und daher eine der positiven Überraschungen in Down Under.

Der Weltmeister im Ferrari lieferte in Melbourne eine eher ungewöhnliche Leistung ab. Nachdem klar war, dass Schwatzgelb nicht am Start sein würde rechneten die Fans mit einem Alleingang von Robin an der Spitze. Allerdings schien der 3-Fach Champion einige Probleme mit seinem Renner zu haben und die Pace von Sprittner und Nowi nur bedingt mitgehen zu können. Seinem Mut bei einsetzendem Regen auf Slicks zu bleiben hat er den zweiten Platz zu verdanken.

Alpha Tauri macht Freudensprünge! Acht wichtige Punkte und eine überzeugende Leistung von Xeria lassen die Red-Bull Tochter von weiteren Erfolgen träumen. Xeria bestätigte die starke Quali-Form der letzten Saison und fuhr das Rennen souverän nach Hause. Keine Spur von den Unsicherheiten der letzten Saison und ein verdienter Platz 6 im Ranking. Bei Alpha Tauri poliert man schon den Trophäenschrank in Erwartung auf sein erstes Podium.

Punkte konnte Markus leider nicht in den Koffer packen, aber das Wissen mit der Pace mittendrin zu sein. Sein starkes Quali geriet leider in den Hintergrund als er am Start durch CmnGamer getroffen wurde und ans Ende des Feldes zurückfiel. Seine Quali-Leistung ließ aber viele aufhorchen, die ihn als klare Nummer 2 bei Alpha Tauri abgestempelt hatten. In Bahrain nimmt Markus einen neuen Anlauf im Kampf um die Hoheit in der Alpha Tauri-Box

Haraldinho erwischte ein schwieriges Qualifying mit Platz 12 und rettete durch eine geschickte Strategie und ordentliche Pace noch eine gute handvoll Punkte für seinen neuen Arbeitgeber. Gemessen an den Erwartungen muss man bei Harald aber von der ersten kleinen Enttäuschung der Saison sprechen. Bei Renault hat man sich Podien vom 2-maligen Rennsieger erwartet und nicht einen Platz im grauen Mittelfeld.

Ähnliches gilt für Viper im pinken Racing Point. Mit Platz 10 im Qualifying war man im Team unzufrieden und auch im Rennen profitierte man eher von Fehlern anderer. Einziger Lichtblick war sein Start, der ihn aus allem Schlamassel fernhielt. In Bahrain muss aber eine Steigerung her wenn er die unangefochtene Nummer 1 im Team bleiben will. Eine erneute mittelmäßige Leistung und Teamkollege maxhiem wird sich zweimal überlegen nochmal Teamorders zu befolgen.

Punktgleich im Juryvoting und damit ebenfalls auf Platz 9 gewertet landet SphinxBlut. Während Teamkollege Haze das US-Team jubeln ließ trauert man auf der anderen Seite der Garage etwas der verpassten Chance hinterher. Für SphinxBlut spricht die enorme Leistungssteigerung im Rennen, welches er von Platz 15 gestartet auf Platz 9 beendete. Das hat man trotz aller Feierlichkeiten um den Teamkollegen zufrieden zur Kenntnis genommen.