Nach einer einwöchigen Pause und dem Double-Header Hockenheim/Budapest meldet sich euer Newsteam zurück und zwar live aus dem Paddock des Circuit de Spa-Franchorchamps, wo heute der traditionelle Medien-Freitag der Profi Racing League stattfand!


DER KLASSIKER SPA-FRANCHORCHAMPS

Der Große Preis von Belgien zählt zu den Grundpfeilern und absoluten Klassikern jeder Rennsaison der Formel 1! Neben den Rennen in Monte Carlo, Silverstone und Monza ist Spa die lediglich vierte Strecke, die bereits seit 1950, also dem Geburtsjahr der Königsklasse, mit im Kalender vertreten ist. Zwar nicht ohne Ausnahmen (1957, 1959, 1969, zwischen 1971 und 1982, 1984 sowie 2003 und 2006 fand entweder kein Grand Prix von Belgien oder auf anderen belgischen Strecken wie in Zolder statt), aber dennoch mit dutzenden Austragungen und spektakulären Grand Prix, die nicht selten mit vom Wetter geprägt wurden, ein wahrer Klassiker!

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Der Circuit de Spa-Franchorchamps

Der Kurs ist mit seiner Länge von 7,004km die längste Strecke im Jahr, was bedeutet, dass lediglich 44 Runden gefahren werden, um die Mindestdistanz eines Grand Prix von 305km zu erreichen. Trotz der hohen Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 210 km/h im Rennen (im Quali wird mit den diesjährigen Autos eine Rundenzeit erwartet, mit der gut 220 km/h Schnitt erreicht werden sollen) kann somit eine Runde hier bei einsetzendem Regen durchaus gut zwei Minuten dauern – und solche Szenen sind in Spa keine Seltenheit! Das Wetter in den belgischen Ardennen kann von einer Minute, manche sagen sogar von einer Sekunde zur nächsten umschlagen – hat man dann gerade erst die Boxengasse passiert und den optimalen Zeitpunkt zum Wechseln auf den dem Wetter entsprechenden Compound verpasst, kann das Rennen schwer beeinträchtigt sein!

Generell wird auf dieser Strecke mit einer mittleren bzw. eher niedrigen Downforce-Konfiguration gefahren. Und die Strecke ist voll von klingenden Kurvennamen und Geraden: La Source, Eau Rouge (einst die gefürchtetste Strecke im ganzen Rennkalender), die Kemmel-Straight, Les Combes, Pouhon und einstmals die berühmte Bus Stop-Schikane!


DIE WM – GIBT ES SCHON EINE VORENTSCHEIDUNG?

Ein Blick auf die WM-Stände sowohl bei den Fahrern als auch bei Konstrukteuren wirkt ernüchternd!

An der Spitze klaffen Lücken auseinander, wie wir sie in der Geschichte der Profi Racing League noch nie erlebt haben – dabei sind die einzelnen Rennen wie es zuletzt der Große Preis von Ungarn bewiesen hat, teilweise extrem spannend. Auf die Fahrer-WM trifft das Prädikat „spannend“ immer weniger zu – Schomaker führt mittlerweile 42 Punkte vor Robin, was bedeutet, dass der Silberpfeil-Star selbst bei zwei Siegen von Robin in Spa und nächste Woche in Monza inkl. schnellster Rennrunde und bei zwei Ausfällen hintereinander seinerseits, noch immer (wenn auch nur punktgleich, aber trotz mehr Siegen) als Führender nach Singapur reisen wird in vier Wochen. Die ersten Stimmen wurden heute im Paddock schon laut, die von einer Vorentscheidung dieses Wochenende wissen wollen…Fakt ist: bei Ferrari und Robin brennt der Hut! 42 Punkte gegen einen Gegner wie Mercedes/Schoko sind enorm und aus eigener Kraft nur mehr extrem schwer aufzuholen. Sollte es Schoko auch am Sonntag schaffen zu gewinnen und Robin hätte Pech oder gar einen Ausfall, könnte der Vorsprung auf bis zu 63 Punkte anwachsen, was tatsächlich bei dann noch acht ausstehenden Rennen einer Vorentscheidung gleichkommen würde, berücksichtigt man die Konstanz von Schoko, der es in dieser Saison in jedem Rennen auf das Podium geschafft hat. Ist es allerdings umgekehrt und Robin siegt während Schoko patzt, könnte der Kampf wieder offen sein wie lange nicht mehr. Fest steht: Fehler darf sich noch niemand erlauben, sie würden den Druck nur weiter erhöhen!

Bildergebnis für hamilton vettel gratulatin
Noch ist das Verhältnis zwischen Robin und Schoko ein sehr freundschaftliches – aber bleibt das auch so, wenn es nun ums Eingemachte geht in der Weltmeisterschaft?

Sieht man sich den weiteren Tabellenverlauf an bleibt die Ernüchterung – Nowi auf Platz 3 liegt bereits weitere 41 Punkte hinter Robin und schon 83 hinter Schomaker – seine Titelchancen, die im ersten Saisondrittel durchaus realistisch gewirkt haben, sind nur noch rechnerischer Natur. Harald auf Platz 4 liegt 16 Punkte hinter Nowi, hat seinerseits aber 36 Punkte Polster auf Viper auf Platz 5 mit 87 Punkten. Dich dahinter mit 85 Zählern liegt Basti im McLaren, bevor neuerdings eine riesige Kluft aufgeht hin zu Sprittner auf Platz 7, der 31 Punkte Rückstand auf Basti hat. Erst dahinter wird es einigermaßen eng: zwischen Mrracer auf Platz 8 mit 49 Punkten und Wusel auf Platz 15 mit 18 Punkten liegen 31 Punkte – also zwischen acht Fahrern geht es enger zu als mit einer Ausnahme auf den ersten sieben Plätzen jeweils von Fahrer zu Fahrer.

Wer an diesem Wochenende Favorit ist ist noch sehr schwer zu sagen – sowohl Schoko als auch Robin standen hier schon mehrfach auf dem Podium, die Siege gingen jedoch in den letzten drei Jahren allesamt an Robin. Auch was das Gesamtpaket angeht dürfte es zwischen Ferrari und Mercedes sehr ausgeglichen zugehen – man darf also gespannt sein, wer das Rennen für sich entscheiden wird können und ob es die dichtesten Verfolger wie Nowi oder Haraldinho schaffen werden, dazwischen zu funken.


DENDEMEIER FEIERT SEINEN 100. GRAND PRIX-START

Dendemeier, der seinerseits zuletzt eine kurze gesundheitliche Pause einlegen musste und die Grand Prix in Deutschland und Ungarn passen lassen musste, wird am Sonntag in seinen 100. Grand Prix seiner Karriere starten! Der 32-jährige Rostocker ist ein Urgestein der Profi Racing League und war schon zu Zeiten dabei, da gab es noch nicht einmal das „alte Forum“, denn es war nochmal ein Vorgänger vom für viele ersten Forum, welches die Liga hatte. Der sympathische Deutsche war vor seiner dreijährigen Pause für McLaren (2011/12) und Ferrari (2012/13 an der Seite von Jake Thatch) unterwegs, zog sich dann für drei Jahre aus der Königsklasse zurück, um die Welt zu bereisen und seinen Horizont zu erweitern, bevor er im Juni 2016 sein Comeback verkündete. Es ging für zwei Jahre nach Maranello um für Ferrari als Partner von BlackIce zu fahren, bevor der Wechsel zu Toro Rosso und vor dieser Saison ins A-Team Red Bull erfolgte. Nach seinem Comeback konnte der Deutsche fünfmal das Podium besteigen und einen 7. Platz in der Fahrer-WM in seinem Comeback-Jahr bei Ferrari feiern!

Wir wünschen Alles Gute und hoffen, dass uns der „Tentman“, wie er von BlackIce scherzhaft genannt wird, noch weitere mindestens 100 Grand Prix erhalten bleibt – zur Ehrung veröffentlichen wir ein Exklusiv-Interview in einem seperaten Artikel spätestens morgen!

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„JAWOHL“ – so will Dendemeier auch für Red Bull feiern können, dieses Bild stammt vom Russland-GP vergangene Saison!



INTERVIEW-AUSZÜGE VOM PRESSE-FREITAG


#80 – Faintbasti (McLaren F1 Team)

Bildergebnis für lando norris press conference

Glückwunsch zu deinem dritten Podium! Wie hast du dich gefühlt als du in der letzten Runde noch aufs Podium gefahren bist, pure Freude oder auch ein wenig Mitleid mit Spriti?

Vielen Dank! Es war natürlich ein super Gefühl doch noch aufs Podium zu kommen. Die Taktik mit den Softs zum Schluss ist gut aufgegangen obwohl ich Mitte des Rennens Zweifel hatte.
Klar freu ich mich über das Podium aber ich hätte es auch Spriti gegönnt, aber ich habe da auch an die KWM gedacht und Schadensbegrenzung betrieben um Renault Punkte zu klauen, Spriti wird es noch dieses Jahr aufs Podium schaffen den seine Formkurve steigt von Rennen zu Rennen!

Strategisch scheinst du einer der besten Piloten im Feld zu sein. Sind deine guten Strategien eher Zufall oder steckt immer ein ausgeklügelter Plan dahinter?

Es ist meistens Zufall mit der Strategie. Diesmal ist sie halt richtig aufgegangen aber ich hatte auch schon richtig schlechte strategische Entscheidungen wie in Silverstone und Hockenheim wo ich hinter Racer fest hing. Aber ich mache mir meistens keine große Gedanken und lass es auf mich zukommen.

Du hast dich mittlerweile deutlich vom restlichen Mittelfeld abgesetzt und liegst nur noch 2 Punkte hinter Viper auf Platz 6 der Fahrer-WM. Was ist dein Ziel bis zum Ende der Saison?

Mein Hauptziel ist es in der KWM den 5.Platz zu halten und in der FWM den 6. Platz absichern. Ich versuch natürlich noch nach vorne anzugreifen aber es wird nicht leicht.

Laut dem WM-Stand und der Tatsache, dass du einer von 6 Fahrern bist, die diese Saison schon öfters auf dem Podium standen, gehörst du zurzeit schon zu den besten 6 Fahrern im Feld. Weißt du schon in welchem Team du nächstes Jahr fahren wirst?

Nein stand jetzt. Ich warte noch auf Angebote von den Topteams  wie Ferrari, Mercedes und Red Bull. Ich kann mir aber auch gut vorstellen bei Mclaren zu bleiben wenn das Angebot stimmt. Es ist also noch alles offen und es könnten noch ein paar Interessante Wechsel bevorstehen, daher möchte ich mir auch meine Optionen offen halten.


#92 – Sprittner92 (Renault F1 Team)

Bildergebnis für daniel ricciardo press conference

Starkes Rennen von dir! Du hast dich bis zum Schluss hart verteidigt und dann trotzdem dein erstes Podium in der letzten Runde gegen Basti verloren. Wie groß war deine Enttäuschung nach dem Rennen?

Ja ich habe den Zweikampf kommen sehen und alles gespart was ging, leider hatte basti aufgrund der Reifen die bessere Ausgangslage. Nach dem Rennen war ich sehr enttäuscht, aber am nächsten Tag war ich mit dem 4. Platz sehr zufrieden.
Die meiste Zeit des Rennens sind du und Wusel im Formationsflug gefahren und habt somit mögliche Angriffe der Konkurrenz abgewehrt. Das war perfekte Teamarbeit. Versteht ihr euch gut? Wie läuft die Zusammenarbeit mit Wusel?
Ja mit Wusel verstehe ich mich super, die Zusammenarbeit klappt auch sehr gut. Wir versuchen uns immer zu pushen und gegenseitig das beste rauszuholen. Wusel ist auf jeden Fall ein sehr angenehmer Teamkollege.

Der 4. Platz war dein bestes Ergebnis in der Liga und du scheinst dich Rennen für Rennen steigern zu können. Kannst du erklären wie du es schaffst dich kontinuierlich zu entwickeln?

Renault hat eine Trainingsgruppe mit Mercedes, sie sind auf einem höheren Level, aber speziell dass tut mir gut wenn man sich mit den besten messen kann. Ich habe meine kleinen Fehler im Rennen weitestgehend abgestellt, daher sieht mans auch im Ergebnis wieder. Die letzten Rennen hat sich ein riesen Fortschritt bemerkbar gemacht, den Fortschritt will ich beibehalten und mich weiter verbessern.

Glaubst du, dass du dieses Jahr noch dein erstes Podium holen wirst? Wenn ja, auf welchen zwei Strecken rechnest du dir am meisten aus?

Ich glaube fest daran dass ich aufs Podium fahren kann, das war auch mein persönliches Ziel für diese Saison. Letztes Rennen war ich nahe dran aber es sind noch genug Rennen um aufs Podium zu fahren. In Monza rechne ich mir persönlich was aus, da wir mittlerweile einen starken Motor haben. Auch in Spa sollte einiges möglich sein. Ich mach mir da aber keinen Druck, wenn ich so weitermache klappt es auch mit dem Podium.

Wie sieht deine Zukunftsplanung aus? Hast du schon einen Plan, wo du nächstes Jahr fahren möchtest? Bleibst du bei Renault oder verhandelst du schon mit anderen Teams?

Renault und ich haben uns vor der Saison auf einen Jahresvertrag geeinigt, also aktuell läuft mein Vertrag aus. Bis dato ist noch niemand von Renault auf mich zugekommen. Ich kann mir alles vorstellen, einen Verbleib bei Renault aber auch einen Wechsel. Persönlich habe ich schon eine Tendenz was ich machen möchte.
Ich denke in den kommenden Wochen wird schon Bewegung auf dem Transfermarkt zu sehen sein.


#55 – Xeria (Haas F1 Team)

Bildergebnis für kevin magnussen press conference 2019

Deine ersten drei Rennen als Stammfahrer sind vorüber. Hast du dich schon in die Liga eingelebt?

Ich denke schon das ich mich langsam eingelebt habe. Es wird von Rennen zu Rennen besser und es macht sehr viel Spaß.

Im letzten Rennen hast du gezeigt, dass viel Potenzial in dir steckt. Jedoch hast du erst einmal die Zielflagge gesehen. Was sind die Gründe für deine vielen Ausfälle?

Im letzten Rennen ist mir die Qualifikation ganz gut gelungen. Mit dem Rennen bin ich natürlich nicht zufrieden, es war deutlich mehr drin.
Die 2 Ausfälle sind auf Fahrfehler zurückzuführen welche ich auf jeden Fall aussortieren muss. Es sind meistens Kleinigkeiten, aber diese haben mir 2 mal
das Rennen gekostet. Aber ich lerne daraus  

 Generell muss ich noch konstanter werden das mir solche Fehler nicht ständig passieren.

Hattest du schon Kontakt mit deinem Teamkollegen?

Mit meinem Teamkollegen hatte ich schon Kontakt  

 Ich denke wir verstehen uns soweit gut und er ist auch ein guter Maßstab.
Er ist immer super schnell. Daran will ich mich orientieren sodass wir zusammen Regelmäßig sehr gute Ergebnisse einfahren.

Was möchtest du dieses Jahr noch erreichen?

Ich will dieses Jahr regelmäßig Punkte holen. Auch ein Besuch auf dem Podium wäre nicht schlecht, aber dafür muss ich noch etwas üben.


#29 – Wusel (Renault F1 Team)

Bildergebnis für nico hülkenberg press conference 2019

Sehr starkes Rennen von dir! Zwischenzeitlich war bei dir sogar der vierte Platz möglich. Du und Spriti haben öfters im Rennen die Plätze getauscht. Wie hättet ihr euch geeinigt, wenn ihr beide die Chance aufs Podium gehabt hättet? Wie bewertest du dein Rennen?

vielen Dank. Nach der ersten Runde im Qualifying war ich schon ein wenig überrascht, wie schnell diese Runde war. Aus den Trainings bin ich mit einem nicht so guten Gefühl rausgegangen.
Im Rennen waren Spriti und ich über die gesamte Distanz gleich schnell unterwegs. Je nachdem, wer zu dem Zeitpunkt schneller war, hat sich vor den anderen gesetzt. So konnten wir zusammen ein starkes Teamergebnis in Angriff nehmen. Ehrlicherweise wäre mir egal gewesen, wer von uns beiden ein Podium eingefahren hätte, denn die Hauptsache ist, für das Team die größtmögliche Punktzahl zu holen. Aber, na klar, natürlich hätte ich mich über mein erstes Podium gefreut.
Ansonsten war ich mit meinem gesamten Rennen von Anfang an zufrieden. Am Ende, als ich Haraldinho nicht mehr hinter mir halten konnte, kam ich nicht mehr hinterher und wollte dann den 6. Platz ins Ziel fahren.

Du hast schon in einigen Rennen dein Talent aufblitzen lassen, hattest dann aber immer wieder ein paar Rückschläge erlitten. Wie gehst du damit um und was tust du, um diese in Zukunft zu verhindern?

Ich habe mit Spriti einen exzellenten Teamkollegen, der mich nach Ergebnissen wie in Le Castellet oder Hockenheim aufbaut und mir Tipps gibt. Das macht vieles einfacher. Zudem versuche ich mich im Rennen selber mehr zu fokussieren, um zu jedem Zeitpunkt da zu sein. Für Spa versuche ich wieder ein gutes Ergebnis einzufahren.

Seit 8 Rennen bist du nun Teil dieser Liga. Gefällt es dir? Wurdest du gut aufgenommen?

Mir gefällt es hier super. Das Niveau in dieser Liga ist hoch und daher muss man sich sehr anstrengen um mithalten zu können. Die lange Renndistanz ist aber immer noch anstrengend.
Einige Fahrer wie z.B. die beiden Mercedes, Basti und natürlich mein Teamkollege haben mir viele Tipps gegeben und mir dadurch vieles erleichtert.

Wie bewertest du „deine“ erste Saisonhälfte? Und was hast du dir für die zweite Hälfte vorgenommen?

Meine erste Saisonhälfte war einfach zu unkonstant. Viele einfache Fehler erschweren die Rennen immer wieder. Diese Fehleranfälligkeit muss ich reduzieren und dadurch möchte ich in den nächsten Rennen regelmäßig in die Top 10 fahren. Denn wir wollen mit Renault in der Konstrukteurs-WM noch einiges reißen.


#58 – Dendemeier (Aston Martin Red Bull Racing)


Treffen in Schweden – Interview mit Red Bull Pilot Dendemeier.

Hallo Dende! Schön, dass du uns hierher eingeladen hast. Aktuell befinden wir uns vor dem Abschluss der Europa Saison mit dem Doppelheader in Belgien und Italien, insofern darf die Frage erlaubt sein, ob du dich nach deiner unfreiwilligen verlängerten Winterpause und speziell nach deinen letzten Säuchenrennen motiviert für die zweite Saisonhälfte fühlst.

Hallöchen, schön dich zu sehen. Willst ein Bier? Hier. Skål, min Jung! Zu deiner Frage: Die Pause jetzt war leider nicht eingeplant, aber manchmal kommen unerwartet Dinge dazwischen, die dann andere Sachen in den Hintergrund rücken. Aber es geht langsam bergauf und man muss dann auch irgendwann mal nach vorne gucken. Dass ich mit Deutschland und Ungarn 2 Strecken verpasst habe, die ich sehr mag, ist natürlich ärgerlich. Da wären mir andere Strecken lieber gewesen. Für die zweite Saisonhälfte bin ich motiviert. Ich habe einiges aus der ersten Hälfte gut zu machen. Die verlief bis auf wenige Ausnahmen leider überhaupt nicht zufrieden stellend. Ich hab leider viele Punkte aus verschiedenen Gründen liegen gelassen. Das war manchmal auch nicht einfach. Frag mal Harald, wie oft ich ihm ein Ohr abgekaut habe. Für die zweite Hälfte hoffe ich schon, dass ich wieder vermehrt Akzente setzen kann.  Nicht nur für mein eigenes Selbstvertrauen, sondern natürlich auch für´s Team. Da geht´s in der KWM ja schließlich auch noch um bisschen was.

Nun aber mal zum eigentlichen Grund des Interviews. Als erst dritter Fahrer der PRL, stehst du ab dem kommenden Rennen bei 100. GP Starts. Man mag es kaum glauben, vor allem weil du gefühlt erst gerade wieder dein Comeback gegeben hast – das ist aber nun schon wieder mehrere Jahre her. Wenn du zurück blickst auf dein Weg in der PRL, auch mit Blick deines verantwortungsvollen Posten als Leiter in der heutigen Fahrergewerkschaft. Was waren deine Highlights, auf und neben der Strecke? Und was waren Momente, an die du nur ungern wieder erinnert wirst?

Die 100 Rennen klingt natürlich nach einer Hausnummer und klar freut es mich auch irgendwie, dass ich der Dritte im Club der 100 bin. Ich muss aber ehrlich sagen, dass mir das trotzdem fast ein bisschen egal ist. Ich bin kein großer Statistiker und schließlich ist es auch keine große Leistung, nur am Start zu stehen.
Ein klares Highlight ist Monaco 17/18, wo ich Schoko 40 Runden lange hinter mir halten konnte, und das mit älteren Reifen und auch noch einen kaputten Flügel für die letzten 25 Runden. Gekrönt wurde das mit dem 3. Platz und ein Ferrari-Doppelpodium mit Blacky. Lowlights waren Rennen wie Montreal 16/17, wo ich nach einer grandiosen Aufholjagd am Ende Chancen aufs Podium hatte und sich kurz vor Schluss die Elektronik verabschiedet hat, oder Monza letzte Saison, wo ich von P2 gestartet bin und der Renaultmotor bereits in der ersten Runde Aussetzter hatte. Baku letzte Saison gehört auch noch dazu.
Neben der Strecke sind die Highlights, dass wir hier im Grunde genommen eine gute, zuverlässige Truppe haben. Klar, es gibt immer mal wieder Rückschläge, letztenendes können wir aber stolz sein auf die Liga und die Fahrer. Darüber hinaus gibt es 3, 4 Fahrer mit denen ich mich persönlich auch sehr gut versteh. Nicht zu letzt mein jetziger Teamkollege Harald, der in der selben Stadt wohnt und mit dem ich mich auch regelmäßig privat treffe.
Verzichten könnte ich dabei ehrlich gesagt auf unzuverlässige Fahrer, sei es weil sie sich zu den Rennen nicht abmelden, oder weil sich Fahrer für die Liga anmelden und dann nie wieder was von sich hören lassen.
Die Streitereien innerhalb der Liga, die ja doch hin und wieder mal auftauchen, sind auch manchmal etwas kräftezehrend. Oder Streitereien in der Ligaleitung. Ich denke, es ist ein offenes Geheimnis, dass Blacky und ich während der gemeinsamen Zeit zu letzt dort öfter aneinander geraten sind. Das ist ein Kapitel, an dass ich nicht gerne zurück denke. Aber das ist jetzt auch schon länger her und wir beide haben das mittlerweile auch hinter uns gelassen.
Darüber hinaus gibt es bekanntermaßen seit Jahren immer mal wieder gravierende Probleme mit dem Spiel selber, wo man sich nur an den Kopf fässt, und sich darüber wundert, wie die Entwickler das Spiel nur so frei geben konnten.

Nach deiner ersten „Karriere“/Saison 2012/13 hättest du vermutlich niemals gedacht nochmal zurückzukehren oder? Vor allem für die Fans und Kollegen, die noch nicht so lange dabei sind, kannst du nochmal schildern wie es 2016/17 nach immerhin fast vier Jahren zum Comeback kam?

Nein, das hätte ich niemals gedacht. Ich hab damals nach der Saison 2012/13 mit der DTM geliebäugelt, das hatte sich dann aber zerschlagen. 2013 war ich im letzten Jahr meines Studiums, auf das ich mich dann konzentriert habe, bin mit meiner Freundin zusammen gekommen, wir sind Anfang 2014 für 3 Monate verreist. Danach kam dann der erste Job nach dem Studium. Das war eine aufregende Zeit, in der man sich dann auch erstmal finden musste. An regelmäßige Ligarennen war da noch gar nicht zu denken. Ich hab die Liga aber nie vergessen und stand unregelmäßig mit Blacky in Kontakt. Er hat mich dann im Sommer 2016 gefragt, ob ich nicht wieder Lust hätte, einzusteigen zur Saison 2016/17. Und das Timing war perfekt. Ich hatte noch ein anderes sportliches Event im September 2016, was mir sehr viel Zeit abverlangt hat, danach war ich aber frei und so konnte ich dann nach einigen Jahren Pause wirklich wieder einsteigen. Es hat Spaß gemacht, das erste mal nach so vielen Jahren wieder im Auto zu sitzen, in Melbourne war ich mega aufgeregt. Und tja, jetzt sind bereits 3 weitere Jahre vergangen, die Zeit verfliegt.

Nachdem du in den ersten drei Saisons in Liga 1 bei Ferrari fuhrst, gehörst du seit letzter Saison im Red Bull Kader. Wobei viele ja nicht wissen, dass dein eigentlicher Vertrag langfristig mit Honda abgeschlossen wurde. Honda hat erst kürzlich bekannt gegeben, sich auch für die nächsten zwei Saisons, bis ins erste Jahr der neuen Regelrevolution 2021 an die F1 und auch die PRL zu binden. Wie läuft die Arbeit mit Honda und bist du aktuell bei Red Bull zufrieden und was sind eure weiteren Ziele?

Die Arbeit mit Honda und Red Bull läuft sehr gut. Was alles möglich ist, wenn beide Komponenten gut funktionieren, zeigt Harald ja regelmäßig. Bei mir läuft es leider aus verschiedenen Gründen nicht so gut. Mal fehlt mir die Pace, mal macht mir die Technik einen Strich durch die Rechnung, mal sind es blöde und unnötige Fehler. Das Team steht aber vollkommen hinter mir und wir arbeiten alle daran, die Probleme auszumerzen. V.a. Harald ist dabei eine sehr große Hilfe und Stütze. Für die zweite Saisonhälfte habe ich mir vorgenommen, öfter im Simulator zu fahren. Das kam in letzter Zeit etwas zu kurz, weil ich die reine Simulatorarbeit mittlerweile ehrlich gesagt ziemlich langweilig finde. Wir sehen ja aber nicht zu letzt an Spriti, Wusel, und Basti, was das alles ausmachen kann, wenn man regelmäßig trainiert.
Wir wollen gemeinsam Haas in der KWM schlagen, und vielleicht können wir Ferrari auch noch etwas ärgern, wo ja racer auch immer mal wieder mal Probleme hat. Wenn ich meine Probleme dagegen abstellen kann, sollte es was werden. Für mich persönlich hoffe ich, dass ich diese Saison nochmal auf dem Podium stehen kann und auch näher an Harald rankomme. Vor allem Zweiteres hat absolute Priorität.

Ich seh gerade, dass dein Bier alle ist. Das geht so nicht! Schnapp dir noch eins!

Auf der Strecke haben sich seit deiner ersten Saison genauso viele Dinge geändert, wie in den Karrieren deiner Kollegen Jake und Blackice. Von V8-Sauber auf V6-Turbo Motoren. Vieles ist deutlich technisch anspruchsvoller geworden. Du bist bekanntlich auch ein Fahrer jener „Alten Garde“, welche die aktuelle Entwicklung in der F1, speziell mit den ganzen Einstellungen während der Rennen kritisch gegenüber steht. Kannst du das etwas erläutern?

Ja, das weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Im Verlauf der Jahre wurden wir Fahrer immer mehr dazu gezwungen, einen Computer zu bedienen. Klar, das fing schon in den 90ern und 2000er an. Als ich 2011 angefangen habe, gabs das KERS. Das war ein Knopf den man drücken musste und das war noch in Ordnung. Aber es war noch nie so schlimm wie heute. Ständig musst du irgendeinen Scheiß umstellen. ERS am besten vor und nach jeder Kurve, weil die Systeme sonst schneller alle sind, als man Traktionskontrolle sagen kann. Dazu kommt noch das Reifenschonen, damit sie nicht überhitzen. All das verringert deine Konzentration auf´s eigentliche Racing, du hast überall Nebenschauplätze. Dann gibt´s da auch noch das „tolle“ DRS. Da hast du als erster eine Gruppe teilweise keine Chance dich zu wehren. Bestes Beispiel ist Kanada. Da ist die letzte Gerade so lang, dass du denkst, du stehst auf der Bremse, wenn der Verfolger mit DRS überholt. Und dann kann er auf der Start Ziel Geraden auch noch weg ziehen, weil es da wieder DRS gibt. Das ist einfach lächerlich. Die Formel 1 muss weg von DRS, sie muss weg von all den technischen Schnickschnack.
Das ist das Schöne an der Formel 2, wo ich bis jetzt leider nur 1 Gastspiel hatte, ich aber die letzten Rennen wieder mitfahren möchte. Da geht es einfach nur ums Racing, du kannst dich vollkommen darauf konzentrieren. Desweiteren haben die F2-Fahrzeuge so eine unglaubliche Kraft und Power, das sind kleine Biester. Sie sind zwar langsamer als die F1-Fahrzeuge, das fahren macht aber deutlich mehr Spaß.
Was den Sound angeht, bin ich ehrlich gesagt gar kein Purist und hänge da nicht wie Blacky und Jake in der Vergangenheit. Klar, der Sound damals war brachialer und natürlich war es auch für die Fans an der Strecke spektakulärer. Aber der Sound gehört für mich nicht zu den Dingen, die über gutes oder schlechtes Racing entscheiden. Würde die F1 aber wieder zurück wollen zu V8 oder V10 Motoren würde ich auch nicht nein sagen. Aber das wird in Zukunft nicht mehr passieren.

Neben den technischen Änderungen auf der Strecke, gab es natürlich auch neben der Strecke viele Änderungen seit deiner ersten Saison vor nun bald schon sieben Jahren. Vor allem im Bereich der Sozialen Medien und im Internet hat die Liga die letzten Jahre expandiert und mobil gemacht. Eine eigene Seite, ein eigenes Forum, kommentierte Livestreams der Rennen, seit diesem Jahr eine zweite Liga und vieles mehr. Das ist bekanntlich mit sehr viel Aufwand verbunden. Kannst du uns einen Einblick geben, wie viel du mit dem Ganzen neben der Rennen beschäftigt bist und hast du Visionen für die Zukunft?

Die Liga hat die letzten Jahre gute Schritte nach vorne gemacht. Ohne mich jetzt selbst zu beweiräuchern, aber das war ein ganz schönes Stück Arbeit, was ich da teilweise leisten musste. Ich hab schon 2016 bei meiner Rückkehr erkannt, dass eine Außendarstellung ausschließlich über ein Forum nicht mehr zeitgemäß ist. Da waren andere Ligen schon viel weiter. Ich hab den Vorschlag mit der Seite gemacht und bin dann bei Blacky und Jake erstmal auf taube Ohren gestoßen. Ich hab dann einfach eigenmächtig mit der Seite los gelegt und hab sie ab einem gewissen, vorzeigbaren Stand einfach mal vorgestellt. Und sie kam gut an und wurde dann für alle veröffentlicht und jetzt ist sie ein fester Bestandteil der Liga und eine viel bessere Möglichkeit News, Interviews und andere Berichte zu veröffentlichen. Mittlerweile ist das alles ziemlich gewachsen. Dazu kam dann Facebook, Twitter, Instagramm, Twitch mit den Streams.
Wir sind in dem Bereich jetzt ganz gut aufgestellt. Dazu kommt dann wie schon richtig erwähnt die zweite Liga mit den Formel 2 Fahrzeugen.
Mit der zweiten Liga wurde dann der Aufwand etwas größer. Die Grafiken wurden immer mehr. Wenn beide Ligen an einem Wochenende fahren sind das insgesamt 9 Grafiken, die rund um ein Wochenende entstehen. 3x die Top3, Driver of the Day, insgesamt 4x WM-Stand, der Zeitplan. Jede für sich ist schnell gemacht, aber in der Menge macht das dann einiges aus. Hier bin ich froh, dass Baldu sich bereit erklärt hat, die Grafiken für Instagram zu erstellen.
Dazu kommen dann noch die WM-Stände, die für die Liga 1 zum Glück Blacky übernimmt, ich kümmere mich um die für Liga 2. Nach jedem Rennen aktualisiere ich dann noch die Fahrerstatistiken. Das ist durch das benutze System leider etwas umständlicher. Ich konnte zwar vieles automatisieren, aber ich muss für jeden Fahrer die aktuelle Saisonstatistik einzeln aufrufen und aktualisieren. Bei einem vollen Fahrerfeld dauert das dann doch mal etwas länger. Wir haben uns deswegen auch bewusst dafür entschieden, solche genauen Statistiken nur für die Hauptliga zu führen.

Trotz all dem läuft es hier und da noch nicht perfekt. Die zweite Liga leidet leider unter den Fahrermangel, sei es aus mangelndem Interesse an der Formel 2 oder an dem falschen Renntag. Da hatten wir aber vor der zweiten Saison eine Umfrage gemacht und da hat die Mehrheit der aktiven Fahrer für Freitag gestimmt.
Für die Zukunft wünsche ich mir hier vor allem ein volleres, aktiveres Fahrerfeld, sowie wieder einen Stream. Für die einzelnen Fahrer und auch für die Außendarstellung, ist es einfach sehr wichtig, den Stream zu haben. Sei es, damit sich die Fahrer einzelne Situationen nochmal anschauen können, oder um Werbung für die Liga zu machen. Ich wünsche mir weitergehend Berichte für die Liga 2, einen zweiten Kommentator für die Streams in der Liga 1. Es bringt dann nochmal zusätzliche Würze in den Stream, wenn zwei Leute was zu sagen haben und sich austauschen können und nicht ein Kommentator mit sich alleine reden muss.
Ich wünsche mir, das Twitter öfter genutzt wird. Dieses Medium liegt leider ganz schön brach, obwohl es ein gutes Mittel ist, um sich auch vielleicht mal mit anderen Ligen zu vernetzen und sich selbst für potentielle Fahrer ins Gespräch zu bringen. Da müssen wir mal schauen, wie wir das in Zukunft verbessern können.
Ich wünsche mir, dass aktive Fahrer vielleicht auch mal von sich aus Berichte schreiben, sei es als kleine Teampressemeldung, als kleine Teampressekonferenz oder ähnliches. Das gab es in der Vergangenheit schon öfter und mir hat das persönlich immer sehr viel Spaß gemacht zu sehen, wie sich Fahrer von sich aus auch einbringen. Jeder hat ja dann doch andere Vorstellungen und Ideen.
Langfristig würde ich mir natürlich auch wünschen, dass die Liga noch weiter wächst, wir vielleicht eine dritte Liga aufmachen könnten. Dass das möglich ist, zeigen ja auch andere Ligen. Wir müssen zur Vorbereitung der nächsten Saison genau analysieren, welche Schritte wir machen müssen. Priorität hat dabei aber erstmal ganz klar, dass die beiden aktuellen Ligen voll werden und auch dauerhaft voll bleiben.

Zu guter letzt eine Frage, die wir den zwei Fahrern die einen solchen Meilenstein bereits erreicht haben, stellten: Im Falle von Jake, werden es nicht nochmal 100 weitere Rennen nach seinem 100. GP vor zwei Jahren werden, wie wir wissen. Wie sieht’s bei dir aus? Werden es nochmal 100. GP? Und wo siehst du dich in zwei Jahren?

Das ist eine gute Frage, die ich zum aktuellen Stand nicht beantworten kann. Ich denke 100 weitere Rennen werden es nicht mehr, das wären nochmal weitere 5 Jahre und das kann ich mir nicht vorstellen, dass ich in 5 Jahren immer noch Rennen fahre. Ich kann ehrlich gesagt noch nichtmal sagen, ob nächste Saison noch weitere Rennen dazu kommen. Gespräche gibt es natürlich schon, aber da ist zur Zeit alles offen und ist auch etwas von 1, 2 anderen Faktoren abhängig.


Wir wünschen euch ein spannendes Rennwochenende und melden uns gegebenenfalls mit allen wichtigen neuen News!

Euer News-Team!

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